Mitte Jungfrauen-Kongration auffe Wallfahrt

 

 

"Die  Elfriede, welche schon seit ne Ewigkeit die Frau von mich is, geht seit ihre Kommion

inne Jungfrauen-Kongration vonne Kirche bei de Katholikkens. Ich erzähl immer, obset glaubs oder nich, dat die Elfriede mich beien Possieren schon immer inne Ohren gelegen hat, dat ihr Herr Paster, der Präses bei die Kongration is, zu si bei de Kommionfeierlichkeiten gesacht hat, dat se schleunigst inne Jungfrauen-Kongration beitreten soll, damit se an Leib un Seele nix schamhaftes mitte Kerls rumtut. Wennse dat nich sofortens täte, hat er sie gedroht, dat er für sie nich garantieren tut und für ihr schwarz sehen täte für dat Fegefeuer un wat noch schlimmeres is, für dat ganze Seelenheil inne Ewigkeit. Dann hatter für se nach diese Mahnung noch Amen gesacht, damit se dat auch sich hinter die Löffel schreiben tut. Dat heißt innen Klartext, hat mich die Elfriede gesacht, datte dein Lebenslang inne Hölle vor dich hinschmors und dabei noch eventeel die Frau Erpenhülser, die de auffen Tod nicht ab kanns, vielleich aufffe heiße Ofenbank dich direkt gegenüber sitzen has. Weisse, ich will mal so sagen, ich hab ja oft wat gegen die Elfriede, abber dat will ich se dann doch nich gönnen.

 

Auffe Bank innen Park oder hinter die Tür innen Flur hab ich se deshalb nur mitte Spitze von meine Fotens unter ihr Rock oder anne annern Klamotten vonne vobotenen Dingers gepackt. Ich war noch nich ganz an dat ganze Schamgedöns rangelangt, hat se wie annen Spieß gezetert, nimm sofortens deine Fottfingers von mich un meine Wäsche weg, oder willse dat wat passiert un ich für immer braten soll un du mit mich. Bei de Trauerungs-Zeremonie inne Kirche vor alle Leute hat er widder vonne Schamteile un alle die Geschlechtssachen angefangen, un uns die  Livitten gelesen, dat wir diese Sache immer nur nache Hochzeit tun können, wenn et um neue Blagen gehen tut. Von meine Kumpels hör ich immer, dat hasse  nun davon, datte die ganzen Gören annen Hals hass un dazu noch dat Mariechen mitten Wasserkopp dich eingehandelt hass, weilse vorher nich genuch geübt has mit deine Elfriede.

 

Aber auf unser Paster lass ich trotzdem nix kommen un auch nich auf die Omma, von die Elfriede, denn die hatse von sich aus noch innen Kindheit-Jesu-Verein angemeldet. Seit diese Zeit muss ich fürse jeden Ultimos 15 Cents, 10 Cents für ihre Mission vonne schwatten Heidenkinders un 5 Cents in die ihre Sterbekasse einbezahlen, damit se auf ihre Leichenfeierlichkeiten vonnen ganzen Verein für sie allein nen eigenen Rosenkranz gebetet kriecht. Ich dachte noch so bei mich, dat hat schon wat für sich, dat die in die frommen Vereine is un nich wie Frau Kalluschinski ständich wat mit de anner Kerle anfängt, rum zu machen. Da soll et mich auf die paar Kröten, watse mich für die ihre Vereine berappen lassen tun, nich ankommen."

 

"Weisse Anton, in dieses Jahr is et widder so weit, dattet inne Sitzung von de Jungfrauen-Kongration um de Wallfahrt anstehen tut. Unser Vorsitzende, die Frau Sauerbrei, die schonnen paar Jährkes gottsei dank Witwe is, weil se dann Zeit für so wat hat un keinen Alten mehr anne Schleppe. Mit di hab ich übrigens auch noch en Hühnken zu rupfen, weil die mit Dich sonn Krösken anfangen wollte. Abber dat hab ich di schleunigs ausgetrieben, datse de Drecks-Pfoten von Dich sein läßt un dat dat die teuer zustehen kommen täte. Keinen mehr inne ganze Kongration würde sie mehr mitten Hintern ansehen. Der Präses würde se direkt

ausse Kirche rauskommonizieren, weil se ja in dat Sakrement von meine Ehe mit Dich zer-brechen tuen würde. Mitte Ringe hasse mich ja dat alles Intimes von Dich bis auffen Tod zugesprochen. Dat kann sich die Frau Sauerbrei mal gesacht sein lassen un dat se sich den Vorsitz inne Kongration vonne Backe putzen kann, is doch wahr.   

 

Die  scheinheilige Sauerbier'sche, die et mitte Kerls faustdick hinter die Ohren hat, sachte  inne letzten Sitzung zu unser Herr Paster, Hochwürdens, sachtse immer, wo sollet denn in dieses Jahr widder hingehen. Der hatte dat von Kevela noch nich ganz ausgeredet, is mich de Hutschnur geplatzt. Watt denn, watten, nich schon widder zu Kevela, dat halt ich am Kopp nich aus, da kriegen mir keine 20 Pferde mehr hin zu pilgern. Die Erna, die Lissbett mitte Herta un noch annere, riefen mich zu, hasse recht Elfriede, dat Kevela hängt uns auch aussen Hals raus. Unser Paster meinte noch, wat habtter denn alle gegen dat fromme Kevela.

Dat war zu viel für mich. Jetz mach ich mich mal endgültig Luft und sach dat von den eiskalten Kaffee in diesen Pilgersaal vonne barmherzigen Schwesterns. Dat ganze Jahr hab ich dat mit di miese Plörre von di in mir reingefressen, abber jezz will ich dat mal endlich auffen Tisch tun. Un wat dat schlimmste passiert is, dat Gnadenfoto von unser liebe Frau un Mutter, da hab ich nix von zu Gesicht gekriecht, wegen die vielen Mengen von blöden Pilgers. Un dann kann ich die ganze Weihrauchqualmerei nich ab. Sowat sollte man wegen die Umwelt aus Rom von unser Heiligen Vatter glatt verbieten werden lassen, is doch wahr- verdammt noch mal Dat hatte unser Präses von mich noch nich erlebt, dat ich mir so eschoffieren tu. Der war richtig vonne Socken. Liebe Frau Pachulke, nu kommen se mal widder auffen Teppich runter, sachter mit seine ölige Pastörken-Stimme. Wat meinse denn, wo wir dann anners wo hin wallfahren sollen in dieses Jahr. Auf kein Fall schleppen se uns nach dieset komische Telchte, dat is da genau son Rummel und mitte Bedienung von die barmherzigen Brüders isset auch nich weit her. Die können mich mitte vergammelten

Brötkens un die vertrockneten Plätzkes in dat miese Wallfahrts-Caffe gestohlen bleiben. Ich will ja ers garnix sagen, dat dat Gnaden-Billeken da noch popeliger is wie dat in Kevala. Vor dat Bild, da kannse beten bisse grün wirs un dat dat wat helfen soll in deine Notlage, kannse dir abschminken. Davor kommse überhaupt nich richtig in Stimmung zu beten un außerdem warn wir da auch schon genauso viel, wie in Kevela. Unser Herr Paster sachte noch, Frau Pachulke, Frau Pachulke, wenn dat man nich die Gottesmutter hören tut, dann bisse dabei, datte du dir schwer versündigen tus. Ich sacht dann noch, nix für ungut, abber di da oben un der liebe Gott, wird dat schon innen richtigen Hals kriegen un vielleicht haben die sich über dat Telchte un die barmherzigen Brüders auch schon kaputtgeärgert.

 

Die Herta meinte, dat wir ruhig mal für die Abwechselung nache Cranger Kirmes gehen könnten, da kannse zwar nich so gut beten bei den Lärm, aber singen geht da auch. Vor   allen, gibbet da ne leckere Currywurst mit un Pommes, Rollmöpse, Waffeln un dat ganze, wat dat Herz begehrt, anners als in Kevela mit die vertrockneten Teilkes. Da hättse mal die Fleppe von unser Präses sehen müssen. Der Deibel soll mir auffe Stelle holen, wenn ich mitte Kongration dat mitmache un bei unser Bischof hab ich für alle Zeit verschissen.

Ich hab dann vermerkt, wenn dat so wat Schlimmes is mit Crange un seine Kirmes, dann  können wir doch zu et Kamener Kreuz wallfahren, da hört man jeden Tach innen Radio von. 'Mensch, Frau Pachulke, dat is doch en Kreuz vonne Autobahn un nix vonne Kirche', rief  mitten roten Kopp der Präses widder in die Versammelung. Macht doch nix, warf die Erna rein, dann beten eben wir auffen Parkplatz un singen, wie wenn wir einen vonne Mitglieder unter de Erde bringen, dat schöne Liedken, 'Ich fahr dahin, wenn es muß sein..", dat paßt doch zu den Verkehr von dat Kreuz ganz gut und dabei essen we dann unser Bütterkens.            

 

Weisse wat, fragte die Lisbett in die Runde, da gibt et noch dies Kompost-Stelle, wo alle Welt nach pilgert mit den Super Armleuchter anne Decke. Da kannse auch alle nasenlang unser heiligen Papst treffen. Also Lisbett, sachte unser Erna, wennse meins, dat liecht so eben vorre Haustür, dann bisse abber schiefgewickelt. Da musse mitten Bus fahren, bis dich die Beine einschlafen un dann bisse immer noch nich an deine Kompost-Stelle. Un frag mir nich, wat dat kostet. Dafür kannse zehnmal nach Kevela fahren. Dann meldete sich Frau Sauerbrei mitten Machtwort an den versammelten Frauen, denkt bloß nich, wat die Krampfadern von uns alle dazu sagen haben und dat wir dann auffe ganze Wallfahrt mitte Trombose rumzuschlagen haben. Soviel kannse garnich beten, um dat wieder wegzukriegen. Und eins, dat sachte die Frau Vorsitzer direkt mich innet Gesicht, dat se mal dat von meinen Antonsehen wollte, wenn ich mit die dicken Beine zu Dich nach Hause vonne Wallfahrt kommen täte.

 

Dat wollten wir die Frau Sauerbrei un unser Paster dann doch nich antun, dat wir in dieses Jahr garnich auffe Wallfahrt gehen un dat man ja schließlich an dat eigene Ende denken muß, meinte noch unser Präses, datte dann vor unser Herrgott dumm ausse Wäsche kucken tus, wennse imme anne Pilgerreise rumnörgels. Keinen von alle Mitglieder wollte sowat Schlimmes auf sich sitzen lassen. Dat End vom Lied vonne Sitzung is, da bisse abber platt. Wat meinse bloß, et geht die Tage, wie jedes Jahr, widder nach Kevela."  -

 

"Ne Anton, ich bin noch fix und fertig vonne Wallfahrt un dat verdammte Kevela. Weisse, wie wir da ankamen anne Gnadenkirche hab ich noch so bei mich gedacht, Elfriede, so schlimm is dat dann doch nich mit dat ganze Kevela. Ich hab sogar en Stücksken von dat Muttergottes-Bildken in den Rahmen gespinkst un gedacht, der liebe Herrgott wird mich dat bestimmt eines Tages hochanrechnen, dat ich immer in Kevela war. Dann hab ich noch für Dir ein Vaterunser gebetet, dat dat mit Deine Sauferei nich so weiter geht, vielleicht hasse ja auch schon wat gemerkt, dat Dich die Bierkes nich mehr so gut schmecken tun, wie sons.

 

Dann kam auffe Kanzel son ganz Schwatten und fing an mitte Predigt. Unser Präses sachte ganz leise, dat dat en Pater vonnen geilen Orden oder sowat ähnliches is un en richtig hohes Tier als Monsegnore derekt aussen Vatikan kommen täte. Dann hab ich noch so gedacht, dat meine Spenden vonnen Kindheit-Jesu-Verein den aus seinen Urwald bekehrt hat un dat der nun kein Heidenkind mehr is. Zu die Erna hab ich noch leise gesacht, siehse, dat unser  Geld

gut envestiert inne Hände von unser Mutter Kirche ist. Abber als der dann richtig anfing zu schreien, flüsterte ich noch zu Frau Sauerbrei, dat der besser mit uns den schmerzhaften Rosenkranz beten täte, statt hier voren Angesicht vonne Gottesmutter rumzubölke un uns anzumachen in diesen heilegen Ort. Frau Sauerbrei meinte, vielleicht kann der den Rosenkranz garnicht un dat der den innen Urwald garnicht von die Missionaren gelehrt hat.

 

Abber dann wurd et lustig mit den. Wat wir fürn Saupack wärn. Dat wir die Kröten fürren Konsum rausschmeissen täten, als die armen Kinder inne Negerkrale zu ernähren. Wir würden uns den ganzen Tach kaputtfressen un saufen. Vor lauter Feierabend und Reisen würden wir den Heiligen Geist mit Füßen treten. Selbs die Gottesgebärin wär uns Schnuppe. Inne Kirche ging keine Sau mehr un mitte Beichte wüßte auch keiner mehr, wie dat geht. Über die ehrwürdige Geistigkeit würden wir, dat dumme un gemeine Kirchenpöbel-Volk, herziehen nach Strich und Faden, bis nix mehr geht. Den ganzen Tach würden wir mitte Lust an alle dreckigen Genetalien denken und dran rummachen. Von die frommen Paters un ihre ganze keusche Scham sollen wir uns ne Scheibe abschneiden. Wenn wir nich jeden Tach nen ganzen Rosenkranz beten täten, können wir uns auf dat Höllenfeuer gefaßt machen, da beißt die Maus keinen Faden ab, schimpfte der. Von wegens, einmal im Jahr in Kevala auffe Wallfahrt nur son Stücksken vonnen freundlichen Rosenkranz runterbeten füret Seelenheil, dat wir uns dat abschminken können un dat wir schief gewickelt würden, wenn wir denken täten, dat wir den lieben Herrgott anne Nase rumführen können un datter sich nich auffen kopp rumtanzen  lassen täte. Dann finger noch an mitten Fernsehen und de bunten Blätter, dat da die geschlechtlichen Teile von oben bis unten rumzeigen würden, selbs für de Blagen zum kukken.

Wir würden uns noch alle wundern tun, wat wir davon hätten. Wenn dat so weiter geht, ginget uns bald annen Kragen, wie Sodumm und Gormorra. Schwefel un Dreck soll auf unsere Köppe runterrechnen, dat wer nicht wissen, wo vorn und hinten is. Vielleicht würde dat füruns noch en bißken helfen, wenn wir sofort hier alles Geld abgeben, wat wir bei uns hätten un dat er auch die ganzen Wertsachen nehmen täte für die arme Mutter Kirche und alles.     

  

Also Anton, dat kannse mich glauben, datte dat am Kopp nich aushäls un, obset glaubs oder nicht, hab ich vor mir hingebetet, lieben Gott, nix für ungut, abber aussen Kindheits-Jesu-Verein tritt ich auffe Stelle aus. Dattse für deine Kohle auch noch von sonnen Urwald- Pater, dich dat anhören muß, dat hätte mich unser Oma auch damals sagen können, als mich in den Missionsclub reingebracht hat. Gegen son schwatten Pater vonnen wilden Amerzonas sind die Evangelen noch Gold, ährlich. Die ganze Kongration, selbs Frau Sauerbrei waren sauer un unser Präses sacht noch, dat dat nich so gemeint wär un wir sollen jetz ersmal alle singen 'Großer Gott, wir loben Dir', damit wir uns widder beruhigen. Selbs unser Paster meinte, dat er schwarz sieht für die Mutter Kirche, wenn noch mehr sonne schwatten Paters vonne Mission kommen täten un dat wir vielleicht eines Tages noch en Heiligen Vater Kasabubu, den Ersten, kriegen täten. Dat Geld fürren Kindheits-Jesu-Verein sollten wir doch lieber für dat St. Josephs- Pfarrheim stiften un anstimmen in diese schlimme Zeit: 'Komm, heiligen Geist, der mit uns reist.' un dat die Gottesmutter uns schon schützen tut, wenn wir nächstes Jahr widder nach Kevala pilgern.

Dann habben wer auffe Rückreise annen Autobahnkreuz noch dat gemeinsame schöne Lied gesungen: 'Wat Gott tut, dat is wohl getan'

Wat soll dann sons auf die Wallfahrt  schon noch gewesen sein, wennse den ganzen Tach singen und beten tus. Et  war eigenlich alles wie immer auffe Wallfahrt, wat soll da denn auch schon groß  passieren, ausser, wenn mitten inne Wallfahrtskirche son unverschämten wilden  Monsegnore aussen schwatten Serengeti für unser gutes Geld da rumpöbelt. Vielleicht haben se den in Rom extra vonne Kette gelassen, damit der uns richtig Angst machen tut, für dat Lockermachen von unser Geld inne Kollikte.

 

 Abber den Präses un die Frau Sauerbrei hab ich geschworen, nächsten Jahr nich widder

nach Kevela - nich mit mich!  

 

Siehse, Anton, sei froh, datte nich inne Jungfrauen-Kongration biss."